Wilhelm
OstwaldNach
Wilhelm Ostwald ist jede Wissenschaft dem Fortschritt der Menschheit verpflichtet,
jeder soziale Fortschritt werde durch sie dann ermöglicht, wenn sie Anwendung
finde. Eine Maxime des universell gebildeten Wissenschaftlers lautete:
Gute
Theorie muss alsbald zur Praxis führen, man kann ihren Wert geradezu daran ermessen
Mit Nachdruck vertrat er seine Überzeugung, dass nichts existiere, was der Wissenschaft nicht früher oder später zugänglich sein werde. Bereits zu Lebzeiten sagte man ihm nach, er sei seiner Zeit um viele Jahre voraus. Die Neuheit seiner Ideen rief auch vielfach Widerspruch hervor.
1887 In seiner Leipziger Antrittsvorlesung behandelt er
grundsätzliche Probleme des Verständnisses von Energie und Materie in der physikalischen
Chemie.
1891 bezeichnet Wilhelm
Ostwald die Materie als besondere Erscheinungsform der Energie. Im gleichen
Jahr tritt er mit dem universellen Koordinatensystem Zeit, Raum und Energie an die
Öffentlichkeit.
1893 führt er den
Begriff des Perpetuum
Mobile zweiter Art ein
1894 veröffentlicht der
Wissenschaftler erstmals seinen energetischen Katalyse-Begriff. Er definiert die Mehrzahl der
Lebensvorgänge als katalytische Prozesse.
1895 tritt Wilhelm
Ostwald gegen
die mechanistische Beschreibung natürlicher Vorgänge und dem damit
verbundenen mechanischen Materialismus auf. Er fordert eine Begründung aller natürlichen
Vorgänge mit Hilfe der „Energetik“.
1903 fordert der
Gelehrte die wissenschaftliche Sprachgestaltung durch eine Welthilfssprache. Er
definiert Sprache als Verkehrselement.
1908 benennt Wilhelm
Ostwald als den wesentlichen Unterschied zwischen Mensch und Tier die Fähigkeit
des Menschen, körperexterne
Energie für andere als lebensunterhaltende Prozesse
nutzbar zu machen.
1909 Wilhelm Ostwald wird für seine Forschungen zur Katalyse
mit dem Nobelpreis
ausgezeichnet.
1911 Wilhelm Ostwald
intensiviert seine wissenschaftsorganisatorischen Bemühungen mit der Gründung
der Vereinigung „Die Brücke - Internationales Institut zur
Organisierung der geistigen Arbeit“. Der internationale Informationsaustausch auf
allen Wissenschaftsgebieten und die Assoziation der chemischen Gesellschaften
sollen
damit erleichtert werden.
1911 In dem Buch „Die Mühle
des Lebens“ beschreibt Wilhelm Ostwald die
Bedeutung der Sonnenenergie für die Existenz des Lebens auf der Erde. Er
fordert, dass der Mensch einen möglichst großen Teil seines Energiebedarfs mit
Sonnenenergie decken sollte.
1914-16 entwickelt der
Gelehrte mit experimentellen Methoden eine messende Farbenlehre, um der Theorie der
Körperfarben eine wissenschaftliche Grundlage zu geben.
1920
gründet
Wilhelm Ostwald die Werkstelle für Farbkunde in Dresden, mit
Zweigstellen in Meißen und Chemnitz, zur Weiterentwicklung der Farbenlehre und
zur Lösung von Anwendungsproblemen in der Industrie.
„Überblickt man die Vielheit und Vielgestaltigkeit des
Lebenswerkes Ostwalds, so muss man in stiller Bewunderung vor dieser Fülle sich
beugen. In unserer Zeit des infolge der zunehmenden Spezialisierung immer mehr
sich verengernden Gesichtskreises erscheint uns Ostwald wie ein zeitfremder
Universalmensch und Universalgelehrter, einer der letzten Polyhistoren früherer
Kultur-Epochen und der Bindeglieder zwischen allen Kultur-Nationen.“ (Paul Walden: Wilhelm
Ostwald (Nekrolog). In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 65
(1932), Nr. 9, S. 138)
Als weitere Information bieten wir:
1. einige wichtige Lebensdaten
2. eine Übersicht über das wissenschaftliche Schrifttum
3. einige Ausführungen zur wissenschaftlichen Schule Ostwalds
4. etwas ausführlichere Angaben für einen Zeitabschnitt vor 100 Jahren
5. wissenschaftliche Schriften über Wilhelm Ostwald
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