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Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft e.V.

„Erinnern wir uns, dass alles Leben unabänderlich an den Verlauf chemischer Vorgänge gebunden ist. Bekanntlich ist alles materielle Geschehen in der Welt nichts als ‘Umgestaltung der beiden Substanzen’: Masse und Energie“ 

Ostwald, W.: Die Aufgaben der physikalischen Chemie. Humboldt 6 (1887), Juli, S. 249 ff.

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133. Ostwald-Gespräch
Samstag 17 März 2018, 02:00pm - 04:00pm
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Am Samstag, den 17. März 2018 findet im Wilhelm Ostwald Park in Großbothen, Haus Werk, 14:00 Uhr, das 133. Ostwald-Gespräch statt. Es spricht Herr Prof. Dr. Lothar Beyer von der Universität Leipzig zum Thema: "Frühe und hohe Zeit der Chemie an der Alma mater Lipsiensis".
 
Im Jahre 2018 kann die Leipziger universitär betriebene Chemie einen bunten Jubiläumsstrauß mit der Berufung des ersten Professors Extraordinarius Chymiae Michael Heinrich Horn vor 350 Jahren (1668), dem 200. Geburtstag von Hermann Kolbe (1818), der Einweihung des großen Chemischen Universitätslaboratoriums vor 150 Jahren (1868) und der erstmaligen Synthese von p-Aromatenmetallkomplexen vor 100 Jahren durch Franz Hein (1918) binden. Davon veranlasst, geht der Blick zurück auf die reiche Tradition der Chemie an der Alma mater Lipsiensis.                   
Im frühen Zeitraum von etwa 1580 bis 1668 prägten Joachim Tancke, Conrad Khunrath, Johannes Agricola und Johannes Michaelis mit beachtlichen Leistungen die Iatrochemie an der Universität und darüber hinaus. Von 1668 bis 1835 waren endlich Chemieprofessuren an der Medizinischen Fakultät eingerichtet worden, zunächst eine außerordentliche mit Michael Heinrich Horn, gefolgt von Johann Christian Schamberg. Auf die erste ordentliche Professur berief König Friedrich August I. kurzzeitig Johann Christoph Scheider im Jahre 1710. Später wurde diese mit Anton Ridiger und danach mit Christian Gotthold Eschenbach besetzt. Deren Leistungen und die weiterer der Chemie verbundener Leipziger (Gottfried Rothe, Andreas Petermann) werden gewürdigt. Parallel zur Institutionalisierung der Chemie verlief das stete, anfangs erfolglos gegen Widerstände der Universitätshierarchie kämpfende, Bemühen um Anerkennung der Chemie und letztlich 1805 die Schaffung eines chemischen Universitätslaboratoriums in der Pleißenburg.
Der 1835 erfolgte Wechsel des Ordinariates für Technische Chemie von der Medizinischen zur Philosophischen Fakultät mit Otto Linné Erdmann und die Errichtung des Fridericianums 1843 ebneten den Weg zur hohen Zeit der Chemie, die mit der 1865 erfolgten Berufung des herausragenden Hermann Kolbe und dem damit verbundenen Bau des modernsten Universitäts-Chemielaboratoriums in Deutschland einsetzte. Es gelang durch eine weitsichtige Berufungspolitik, gegen Ende des 19. Jahrhunderts bedeutende Chemiker an die Universität Leipzig zu holen. Johannes Wislicenus, Wilhelm Ostwald, Ernst Beckmann, Arthur Hantzsch und andere begründeten die bedeutende Leipziger Schule der Chemie und bereicherten maßgeblich die Wissenschaft Chemie in Forschung und Lehre. Besonders Wilhelm Ostwald mit seinen Jüngern und dem Institut für Physikalische Chemie strahlten in dieser Glanzperiode über Deutschland in die Welt hinaus und hinterließen bis heute ihre Spuren.